Mittwoch, 4. April 2007

Ich will das Haus. Oder das. Oder das da. Nein, das da...

Gestern vormittag waren wir im Minneapolis Institute of Art. Riesiges, kostenloses Kunstmuseum, viel zu viel für einmal, man müsste hier wohnen und immer mal wieder für eine Abteilung kommen. Besonders interessant fand ich die Abteilung mit Kunst der Native Americans in Form von Perlenstickereien auf Kleidung, Taschen und Schuhen, sowie Verzierungen aus gefärbten Stachelschwein-Stacheln. Denn so was habe ich tatsächlich noch nie live gesehen. Schwerpunkt war für mich dann natürlich die Design-Abteilung mit Modernismus / Art deco / Jugendstil / Wiener Werkstätte. Auch ein Schiele-Gemälde haben sie. Und einen Van Gogh, die ich auf Bildern immer ziemlich langweilig, in echt aber sehr beeindruckend finde.

Heute hat mir Jeans Bruder Forrest die Gegend gezeigt. Wir sind auch gelaufen, weil so herrliches Wetter war: klirrend kalt und Sonnenschein, 28 Grad Fahrenheit Tageshöchsttemperatur, das sind minus 2 Grad Celsius. Eiszapfen und Schneereste von gestern. Ein Stück am Mississippi entlang, später den Minnehaha Creek entlang, also den Bach im Canyon nach den Minnehaha Falls bis zur Mündung des Minnehaha Creek in den Mississippi. Kaffee und Muffin in einem Café im Studentenviertel. Jeder Tisch war besetzt mit einem Studenten, jeweils mit Laptop und weißen I-pod-Kopfhörern. Moderne Zeiten. Ich hab immer noch keinen I-pod. Rundfahrt durch Bezirke der Stadt, die ich noch nicht kannte, Häuser gucken. Wunderschöne Häuser. Ich such mir schon mal eins aus. Zu schade, wenn die wunderschönsten alten Häuser mit Balkonen und Erkern in Gegenden mit der höchsten Mordrate stehen. Einen tollen Ausblick hatte ich aus dem 26. Stock des IDS-Towers, des höchsten Gebäudes der Stadt (50 Etagen). Hier arbeitet Forrests Freundin in einer Anwaltskanzlei. Sie ließ mich den Blick aus einem der Eckbüros genießen. Sehr beeindruckend, und ein weiteres Erlebnis aus meiner „America insight“ Reihe: Eine echte amerikanische 160-Anwälte-auf-fünf-Stockwerken-Anwaltskanzlei. Wir trafen uns anschließend mit Jean zum Abendessen im „Black-Forrest-Inn“, einem deutschen Restaurant. Der Sauerbraten und die Spätzle schmecken, aber es ist schon seltsam, wenn alles rund herum so amerikanisch ist. Auf der Heimfahrt fuhren wir noch auf einen Abstecher bei Jeans Eltern vorbei, so dass ich auch ihre Mutter kennen lernen konnte, die wegen Krankheit beim Family dinner fehlte, und auch das Haus, in dem Jean aufgewachsen ist.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wenn man das mit den Museen so liest, könnte man ja auf die Idee kommen, dass es in allen Museen der Welt das Gleiche zu sehen gibt. Da wäre es doch einerseits eigentlich sinnvoller, sämtliche Werke eines Künstlers in einem Museum zur Besichtigung auszustellen, dann bräuchte man nicht um die ganze Welt zu reisen um sich das "live" anzusehen. Andererseits haben so halt alle Menschen auf der ganzen Welt die Chance, wenigstens einen kleinen Bruchteil der Werke eines Künstlers irgendwo in erreichbarer Nähe anschauen zu können. Hat eben alles seine Vor- und Nachteile.
Sabine

gp aus b hat gesagt…

Gab es den auch Bilder vom legendären Rucki? Das Häuschen sieht ja ganz hübsch aus. Etwas leicht verspielt unamerikanisch. Leider fehlt an der »Bretterbude« die florale Ornamentik. ;-)

Gunnar