Das Rätsel ist gelöst, wo die Deutschen das Deppen-Apostroph her haben! Die Amis haben es uns gerne überlassen. Jean sagt, immer weniger Amis benutzen es überhaupt, weil es ihnen zu anstrengend ist und schreiben das s halt einfach so ohne Lücke hinten an die Wörter („my dads house“), und 13year old Kiley bestätigt uns das vehement, dass das sonst viiiiel zu umständlich wär.
Auf dem Rückweg im Supermarkt vorbei - amerikanischer Supermarkt, klar war natürlich wieder ein Pflichtprogramm für mich. Nach längerem Suchen haben wir einen Joghurt für mich gefunden, der nichts enthält außer Joghurt, gar nicht so einfach: Keine Maisstärke, kein Zucker, keine Konservierungsstoffe. Wahnsinn, was man in einen Joghurt alles reinmischen kann. Wir bezahlen an der Selbst-Scan-Kasse, zuhause gerade neu bei IKEA, hier schon Alltag. Fand ich völlig spannend, und die anderen haben lachend zugeschaut wie ich völlig fasziniert die Würstchen-Packungen gescannt habe. Dann noch die Kreditkarte durchziehen und unterschreiben, weiter geht´s.
Abendessen home made Hamburgers in der Garage, weil es da kühler war als im Haus (fragt mich nicht, amerikanische Logik), beim Grillen der Hamburger kurzer Ratsch mit den Nachbarn, die mich mit zuckersüßem Rotwein versorgten (schmeckte lecker, nur nicht nach Rotwein). Dann ein „Malt“ zum Dessert (was irgendwie ein Eiscreme-Milchshake ist und sehr, sehr lecker war). Die Mischung aus wunderbaren Eindrücken, süßem Rotwein und Zuckerschock ließen mich überdreht-sentimental in der Gegend rumhopsen und abwechselnd allen Familienmitglieder um dem Hals fallen, als wir anschließend im Drive-In-Kino ankamen. Alle Leute machen ihren Kofferraum-Klappen auf (außer sie haben ein Auto mit Ladefläche, dann wird nur hinten die Klappe runtergelassen und die Schlafsäcke ausgebreitet), wir bauen unsere Klappstühle auf, die Thermobox mit den gekühlten Getränkedosen (Diet Dr. Pepper und Diet Mountain Dew) und das Popkorn mit Butter und Salz, der Sound zum Film wird auf Radio-Frequenz übertragen, und das alles an der frischen Luft und zu erschwinglichem Preis und als Familiy-Event. Da wird der Film zur Nebensache („Ice Age 3“). Und wieder voll von neuen Eindrücken und erschöpft von den Genüssen bin ich schon beim Film trotz Frieren in meinem Camping-Stuhl eingeschlafen.
Jean und Troy sind sich allerdings einig, dass sie noch so viele Sachen wissen, die ich nicht in Deutschland tun kann, dass sie mich nicht nach einer Woche weiterreisen lassen wollen.
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1 Kommentar:
So, dann versuch´ich es also heute nochmal. Natürlich bin ich wieder dabei bei Deinen Erlebnissen in diesem merkwürdigen Land. Gestern wollte ich schon fragen, ob es Tino, den Wunderhund noch gibt und heute dann schon ein Foto.
Das mit dem fehlenden Apostrophen finde ich ja zuu witzig. Da ja alles aus USA irgendwann wieder zu uns rüberschwappt, haben wir dann vielleicht in ein paar Jahren wieder unsere korrekten grammatikalischen VerhältnisseUnd wieder finde ich es total toll, dass Du so voller Begeisterung in dieses Leben eintauchst. Bin schon gespannt auf die nächsten typisch amerikanischen Unternehmungen. Ich finde es total süß, wie Jean und ihre Family das Programm für Dich gestalten.
Hoffentlich kann sie Dich irgendwann besuchen und dann wird sie mit typisch deutschen Sachen bombardiert: unser Essen, unsere Städtchen mit Marktplatz und Cafés zum Draussensitzen, unser Nahverkehr, Bäckereien, auf der Autobahn ganz schnell fahren, ach ja, da könnte man wirklich mal ´ne Liste machen, was typisch für unser Land ist-
LG
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